Presseberichte

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8.11.2002, Märkische Allgemeine Zeitung

Das "Magnificat anima mea" von John Rutter in Oranienburg

Ein Hauch von alten Meistern

"Nach Haydns Schöpfung und Dvoraks Messe D-Dur sollte auch mal ein modernes Werk erarbeitet werden", sagte die Vizepräsidentin des 1990 in Finsterwalde gegründeten Brandenburger Chorverbandes, Vera Schmidt. So entschied man sich für das "Magnificat anima mea" des 1945 in London geborenen Komponisten John Rutter. Alle zwei Jahre erarbeitet der Chorverband ein großes Projekt mit einem Orchester zusammen. Der Fritz-Höft-Chor, der Chor der Chorleiter Brandenburgs, der Frankfurter Extrachor und der für das Projekt zusammengestellte Chor aus freiwilligen Sängern der etwa 238 Brandenburger Chöre, die Sopranistin Gabriele Näther und das Collegium musicum Potsdam unter Leitung von Knut Andreas werden das Werk am Sonnabend, dem 9.November, im Bethlehemkirchsaal in Potsdam-Babelsberg und einen Tag darauf ab 16 Uhr in der Nicolaikirche Oranienburg aufführen. Am ersten Aufführungsort am Sonnabend wird der Kulturstaatssekretär Dr. Helm an vier verdiente Chöre die Zelter-Plakette, die vom Bundespräsidenten jährlich verliehen wird, überreichen. Außerdem wird an eine um den Brandenburger Chorverband verdiente Person die Leo-Wistuba-Medaille verliehen. Die Festrede hält die Vorjahrespreisträgerin, die Leiterin der Musikakademie Rheinsberg, Ulrike Liedtke. Am Sonntag in Oranienburg kann dann mehr Musik geboten werden. So werden die Chöre unter verschiedener Leitung noch Volksliedarrangements wie "Am Brunnen vor dem Tore", "Stimmt an das Lied vom Lindenbaum", "Zogen einst fünf wilde Schwäne", das "Landsknechtlied" von Orlando di Lasso und auch ein Gospel erklingen lassen. Dazwischen spielt das Collegium musicum Potsdam Orchesterstücke von Anton Bruckner, ehe nach der Pause das Magnificat erklingen wird. Dieses ist, so Vera Schmidt, ein zeitnahes, hochaktuelles Stück, das eine glückliche Verquickung verschiedener Stile in sich vereint, manche Stellen seien "blanke Operette". Das 40 Minuten dauernde Werk in sieben Teilen kommt mit einer Gesangssolistin aus und ist nach dem Text des Lukas-Evangeliums, Kapitel 1, Verse 46-55 unter Einbeziehung des alten englischen Gedichts "Von einer Rose" und des Gebets "Sancta Maria" komponiert. Der junge 1979 in Potsdam geborene musikalische Leiter des Collegium musicum Potsdam studiert das Stück seit Ende August mit seinem Ensemble ein und wird es am Wochenende auch dirigieren. Die Potsdamer Sopranistin Gabriele Näther prägte bis 1995 den Opernspielplan des Hans Otto Theaters Potsdam mit. In letzter Zeit widmet sie sich verstärkt dem Konzert-, Oratorien- und Liedgesang.
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