Presseberichte
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| 12.11.2002, Märkische Allgemeine Zeitung |
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Magnificat erscholl aus 80 KehlenPublikumsandrang in der Oranienburger Nicolaikirche am SonntagnachmittagIrene Krieger ORANIENBURG. Der Höhepunkt des Konzertnachmittags fand erst nach der Pause statt. Dann führte das Collegium musicum Potsdam unter Leitung von Knut Andreas mit drei Brandenburger Chören vor großem Publikum in der ausverkauften Nicolaikirche das siebenteilige "Magnificat" des Engländers John Rutter auf. Aber auch vor der Pause wurden kleine Kostbarkeiten geboten. Mit Anton Bruckners Marsch d-Moll eröffnete das Collegium musicum Potsdam, um dann dem Fritz-Höft-Chor, das ist der Chor der Chorleiter Brandenburgs, unter der Leitung der Vizepräsidentin des Brandenburger Chorverbandes, Vera Schmidt, den Kirchenraum für verschiedene Weisen bekannter Komponisten zu überlassen. Es erklangen aus 23 Frauen- und 14 Männerkehlen Weisen wie Schuberts "Am Brunnen vor dem Tore", Brahms "Guten Abend, gut´ Nacht", Bruckners "Graduale" in vollendetem Vortrag. Dazu kam ein Morgenlied nur für Frauenstimmen und danach "Stimmt an das Lied vom Lindenbaum" nur für Männerstimmen. Sehr reizvoll war auch das französische Volkslied "Rot blühn die Rosen", das für jede Strophe einen Solosänger erklingen ließ und schließlich sang der Chor völlig überraschend das Spiritual "Let us break bread together" wie ein deutsches Volkslied. Zwischen den Chorgesängen hörte man noch die weiteren drei Sätze der Brucknerschen Konzertstücke vom Collegium musicum Potsdam. John Rutters "Magnificat", der Lobgesang der Maria ist eine moderne Messe nach den Versen des ersten Kapitels des Lukas-Evangeliums, und zwar für sechs aus den Versen 46 bis 55 - die Kantorin der Nicolaikirche, Elisabeth Brunnemann-Rademacher, las sie dem Publikum vor. Die Messe klingt aber außer in den gewaltigen ersten, dem Anfang des dritten und dem letzten Teiles eher wie romantische Musik, wenn auch viele und schnelle Taktwechsel und einige "swingende" Passagen sie modern anmuten lassen. Als zweiten Satz hat der Komponist eine englische Weise - sonst wird in lateinischen Sprache gesungen - eingefügt. "Of a rose, a lovely rose", die Rose heißt Maria, des Himmels Königin. Im Gesang der Solistin im vierten Teil "Et misericordia" (barmherzig) und im sechsten Teil Esurientes sind die Verse für Chor und Ensemble sehr innig und ruhig vertont. Zum Fritz-Höft-Chor gesellten sich noch der Frankfurter Extrachor und der Projektchor des Brandenburger Chorverbandes, so dass das Magnificat aus 80 Kehlen erklang. Der erst 23-jährige Dirigent Knut Andreas hat sein Studium schon abgeschlossen. Er bewältigte diese schwere Aufgabe mit Bravour. Bis in die kleinsten Nuancen hatte er Sänger und Instrumentalisten im Griff, spornte sie an oder nahm sie zurück, wenn man auch in den Becher der Begeisterung ein paar Wermutstropfen schütten muss, denn ohne eine Reihe von Gastmusikern hätte sein Collegium musicum die Aufgabe nicht bewältigen können. Schließlich beendete das gewaltige "Gloria Patri" das Magnificat, ehe das Publikum mit rauschendem Beifall diese gelungene Aufführung belohnte. |
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