Presseberichte
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| 28.8.2004, Blickpunkt |
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Das Kitzeln und Vibrieren der Musikinstrumente spürenOrchester besucht die Wilhelm-von-Türk-SchuleMusik spüren statt sie zu hören, stand am vergangenen Dienstag auf dem Stundenplan in der Wilhelm-von-Türk-Schule. 10 Musiker und der Dirigent des Orchesters Collegium musicum Potsdam waren zu Gast in der Förderschule am Bisamkiez und ließen etwa 50 schwerhörige und z. T. gehörlose Kinder ganz nah an ihre Instrumente heran.Musiklehrerin Evelyn Plenzke erklärt, dass sie bereits vor einigen Jahren im Hans-Otto-Theater ein ähnliches Projekt für ihre Schützlinge auf die Beine gestellt habe. Die hörgehandikapten Kinder kommen aus ganz Brandenburg. Die Kommunikation erfolgt an der Schule durch die lautsprachbegleitende Gebärde (LBG). Plenzke spricht langsam und deutlich und setzt dazu die passen Gebärden ein. An der von-Türk-Schule wird bei Bedarf auch die als eigene Sprache anerkannte Deutsche Gebärdensprache (DSG) gelehrt, die jedoch ganz eigenen Grammatikregeln unterliegt. Plenzke 'dolmetscht', wenn Dirigent Knut Andreas spricht. Andreas lädt die Kleinen anfänglich ein, die Musiker im Raum so zu platzieren, wie sie im Orchester sitzen würden. Außerdem versahen die Kinder die Instrumente mit Namensschildern. Als nächstes durften einige Mutige in die Rolle des Dirigenten schlüpfen und erkannten, wie schwer es ist, Anfang und Ende zu setzen und gleichmäßig zu dirigieren. Nach der Einstimmung spielten die Orchestermusiker einen Teil aus Sergej Prokofjews 'Peter und der Wolf'. Der Vogel 'zwitschert' in Form des hellen Querflötenspiels und der Wolf gewinnt durch die Musik des von Cello und Bratsche begleiteten Horns seine Gestalt in der Vorstellung der Zuhörer. Im Mittelteil der zwei ungewöhnlichen Musikstunden teilten sich die Klassen und Musiker auf. Jeder, der wollte, konnte einmal ein Instrument anfassen, spielen und die Eigenschwingungen der Instrumente spüren. Freude und Stolz spiegelt sich in den Gesichtern wieder. 'Die Kinder sind so vorsichtig', lobt die Kontrabassisitin Annetta Baumann, selber Mutter eines hörgeschädigten Kindes und maßgeblich am Entstehen dieses Projektes beteiligt. Plenzke erklärt währenddessen die Probleme der Hörbehinderten. 'Vieles wird gehört, aber nicht verstanden.' Die Schwierigkeit besteht darin, die Sprache aus der Vielzahl der Geräusche herauszufiltern. Aus diesem Grund sind die Klassenräume speziell schallisoliert, damit störende Geräusche ausbleiben. In der Förderschule erlernen die Kinder bereits sehr früh das Notensystem. Nur so können sie die Rhythmik der Sprache nachvollziehen. Eine aufleuchtende rote Lampe sowie der bekannte Klingelton verraten das Ende der Schulstunde. Zum Abschluss musizieren alle gemeinsam das 'Peter'-Motiv. Die Musiker stellten den Kindern am Ende eine Urkunde aus und jedes Kind überbrachte als herzliches Dankeschön eine duftende Rose. Eine rundum gelungene Aktion, die sicherlich wiederholt wird. Am 19. September spielt das Orchester wieder 'Peter und der Wolf', diesmal im Babelsberger Bethlehemkirchsaal in der Schulstraße 8c. |
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